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Rückblick: 7. Dental-Gipfel in Warnemünde

Schnittstellenkongress vereint die „lehrreichen Sieben“

Vom 12. bis 14. Januar 2018 fand in Warnemünde der 7. Dental-Gipfel statt. Wir danken allen, die diesen Kongress so großartig gemacht haben. Die Referenten brachten zahnmedizinische, zahntechnische und betriebswirtschaftliche Themen auf einen Nenner. Unter dem Credo „Konzepte und Qualität“ vereinten sich sieben Fokusthemen zu den „lehrreichen Sieben“.

Das war ein kraftvoller Startschuss in das dentale Fortbildungsjahr 2018! Der 7. Dental-Gipfel gewährte einen Rundumblick auf die moderne prothetische Zahnmedizin. Kaum ein anderer Kongress vereint die Schnittstellen so wie der Dental-Gipfel. Zudem ist die Familienfreundlichkeit zu erwähnen. Viele der Teilnehmer reisten mit Familie an. Mit mehr als 350 registrierten Teilnehmern verzeichnete der 7. Dental-Gipfel einen neuen Rekord. Aus ganz Deutschland kamen Zahnärzte und Zahntechniker, um im maritimen Ambiente der Yachthafenresidenz „Hohe Düne“ den Austausch zu genießen. Zusätzlich zu den Fachvorträgen erinnern wir uns lebhaft an die tolle Stimmung, u. a. an den beiden Abenden – gute Musik, Zauberer für die Kinder, ausgelassener Tanz, genussvolles Essen und ein Höhenfeuerwerk als Krönung. Samstag Abend begleitete uns die großartige Berliner Inter-Jam-Band bis 1:30 Uhr. Solche Momente bleiben nachhaltig in Erinnerung.

Einblicke in die Vortragsinhalte

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Moderator ZTM Carsten Müller (links) mit ZTM Sebastian Schuldes

Protagonisten des Fachprogrammes waren sieben Hauptthemen: Implantologie, Implantatprothetik, Funktion, Zahntechnik, Zahnmedizin, Werkstoffkunde und Unternehmensführung. Als Moderatoren führten Prof. Klaus-Peter Lange (Berlin) und Ztm. Carsten Müller (Leipzig) durch den Kongress. Am Vormittag gehörte den Referenten das Main-Podium. Am Nachmittag vertieften sie ihre Themen in intensiven Workshops.

Prof. Dr. Peter Pospiech

Ganzheitliche Funktion
Die Podo-Ätiologin Lydia Aich (Neuhaus) beschäftigte sich mit der Orthostatik und erläuterte das Parallelum zwischen Kiefer- und Hüftgelenk, „… hier erschließen sich reziproke Zusammenhänge“. Sie rät, bei der Anamnese immer nach orthopädischen Vorbehandlungen zu befragen. Der Sportbiologe und Osteopath Dr. Stephan Gutschow (Potsdam) ging zusammen mit dem Zahnarzt Dr. Matthias Müller (Eberswalde) auf körperliche Beschwerden des Stütz- sowie Bewegungsapparates und zugehörige Okklusionsmuster ein. Anhand von Fallbespielen verdeutlichten sie, dass das Kiefergelenk einen großen Einfluss auf die Gelenk- und Muskelstrukturen hat. Die Kieferorthopädin Dr. Dr. Alexandra Bodmann MSc (Schongau) untermauerte mit dem Bindestrich im Wort Kiefer-Orthopädie, dass die Körperhaltung eng verknüpft ist mit den Kiefergelenken. Sie stellte heraus, dass Spee- und Wilson-Kurven eine große Bedeutung im natürlichen Gebiss haben, allerdings in der Kieferorthopädie nicht ausreichend Beachtung fänden. Prof. Dr. Peter Pospiech (Berlin) ging auf das Einstellen der Lage des Unterkiefers zum Oberkiefer ein. Bei der Kieferrelationsbestimmung favorisiert er das Stützstiftregistrat. Grundsätzlich sei das Registrieren Aufgabe des Zahnarztes, ebenso wie das Montieren des Unterkiefermodells in den Artikulator. Die zahntechnischen Aspekte bei der Funktionsdiagnostik arbeitete ZTM Volker Hamm (Meschede) heraus. Er erläuterte das elektronische Stützstiftsystem IPR (Dental Balance) und die Praktikabilität dieser Vermessungsmethode.

ZTM Volker Hamm sprach über zahntechnische Aspekte bei der Funktionsdiagnostik

ZTM Volker Hamm sprach über zahntechnische Aspekte bei der Funktionsdiagnostik

Implantologie und Implantatprothetik

Dr. Babak Saidi

Dr. Babak Saidi

Dr. Babak Saidi (Neuss) erörterte den Hintergrund einer Therapie mit autologen Wachstumsfaktoren (PRGF). Die Technik basiert auf der Gewinnung eines Proteinpräparats aus Eigenblut und der Aktivierung autologer Thrombozyten. Dr. Peter Randelzhofer (München) schilderte eine Methode (PerioSafe), mit der „hidden infections“ zeitig diagnostiziert werden kann. Die frühe Signalwirkung des aktiven Enzyms Matrix-Metalloproteinase-8 (aMMP-8) lässt Probleme erkennen, bevor sichtbare Schäden auftreten. Drs. Johan Feith (Bad Tölz) stellte das Vollkeramikimplantat ZV3 dar, das sich seit 2004 in Anwendung befindet. Auf Schraubverbindungen wird verzichtet, sodass es keine potenzielle Gefahr für das Eindringen von Bakterien gibt.

Dr. Peter Randelzhofer bei seinem Workshop

Dr. Peter Randelzhofer bei seinem Workshop

Ein keramisches Implantat wurde auch von Dr. Josef Vizkelety (Schweiz) präsentiert. Besonderheit ist u. a. das Abutmentmaterial – das Hochleistungspolymer PEKK. Vorteil gegenüber PEEK: Höhere Kriechfestigkeit und Formtreue unter Lasteinleitung. ZTM Sebastian Schuldes MSc (Eisenach) legte den semi- und volldigitalen Workflow zur implantatgestützten Sofortversorgung dar. Geplant werden die Implantate vom Implantologen in Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Zahntechniker in einer Software. Darauf basierend können Bohrschablone sowie provisorische Restauration gefertigt und intraoperativ der temporäre Zahnersatz eingesetzt werden.

ZTM Christian Petri bei seinem Workshop

ZTM Christian Petri bei seinem Workshop

Analoge und digitale Zahntechnik

ZTM Christian Petri (Rumänien) präsentierte die Synergie zwischen analoger und digitaler Technik. Manuelle Zahntechnik bedeutet für ihn Einzigartigkeit. Die CAD/CAM-Technik sorgt für Präzision und Produktivität. Wohlüberlegt verknüpft er beides miteinander. Auch ZTM Simon Schömer (Bayreuth) kombiniert digitale Technologien intelligent mit analoger Kompetenz. Es stellte das eLab-Protokoll vor, mit der die subjektive Farbbestimmung objektiv werde. In seinem Hans-on-Workshop arbeiteten die Teilnehmern die Charakteristika eines natürlichen Zahnes aus einem Gipsblock heraus. Effektiv wurden Wahrnehmung, Formgefühl und Konzentrationsfähigkeit geschult.

ZTM Hans-Joachim Lotz ging auf die Farbkommunikation ein und stellte sein Vorgehen mit dem eLab-Protokoll vor.

ZTM Hans-Joachim Lotz ging auf die Farbkommunikation ein und stellte sein Vorgehen mit dem eLab-Protokoll vor.

Ein Dental-Gipfel ohne ZTM Hans-Joachim Lotz (Weikersheim) ist kaum vorstellbar; er sprach über die Farbkommunikation. Es erachtet hierfür das eLAB-Verfahren als derzeit einzig gangbaren Weg. Mit intraoralen Fotos wird die Zahnfarbe auf Basis physikalischer Werte bestimmt. Die reflektierende kreuzpolarisierte Fotografie mindert unerwünschte Spiegelungen. „Wir können die physikalische Größe ‚Farbe’ auf Promille genau messen.“ Den digitalen Technologien in der Prothetik widmeten sich Dr. Ramona Schweyen und PD Dr. Jeremias Hey (Halle). Sie stellten ihre Erfahrung mit dem Trios 3-Mundscanner vor, wobei sie betonten, dass sich die digitale Datenerfassung zunehmend etabliere.

Einblicke in den Workshop von ZTM Simon Schömer – Japanisches Zähneschnitzen

Werkstoffkunde und Zahnmedizin

Prof. Dr. Florian Beuer

Prof. Dr. Florian Beuer

Prof. Florian Beuer (Berlin) gab eine logische Einordnung verschiedener Keramiken sowie Zirkonoxid-Materialien und beleuchtete Stärken sowie Schwächen. Bezüglich monolithischer Versorgungen stellte er ein polychromatisches Material (Katana ML) vor, welches in verschiedenen Transluzenzen erhältlich ist. Anschließenden ging PD Dr. Bogna Stawarczyk (München) auf werkstoffkundliche Details ein. Sie stellte vier Zirkonoxid-Generationen für monolithische Restaurationen vor. Die Generationen differenzieren sich hauptsächlich durch den Anteil und Korngrösse an Aluminiumoxid und Yttriumoxid. Mit unterschiedlichen Eigenschaften werden unterschiedliche Indikationen abgedeckt.

PD Dr. Bogna Stawarczyk widmete sich dem komplexen Thema „Zirkonoxid“

PD Dr. Bogna Stawarczyk widmete sich dem komplexen Thema „Zirkonoxid“

Unternehmensführung
RA Dr. Ralf Großbölting (Berlin) referierte über Praxisabgabestrategien. Er stellte ein Stufenmodell vor, bei dem der jüngere Kollege als Nachfolger über einen längeren Zeitraum in die Praxis eingebunden werden kann. Heiko Schneider (Hoyerswerda) begeisterte mit einem Vortrag zur Veränderungsfreundlichkeit und zeitgemäßen Personalführung. Zum Nachdenken regte Koch und Küchenprofi Carsten Loll (Rostock) mit einem Vortrag über den bewussten Umgang mit Lebensmitteln an. Sein Workshop – Kochkurs in der Showküche des Hotels – war amüsant und zugleich sehr lehrreich. Es gab begeisterte Rückmeldungen von diesem Kochkurs.

Nach der Sieben…

Die sieben Schwerpunktthemen und die ausgesprochene Familienfreundlichkeit machten den Dental-Gipfel zu einer gelungenen Schnittstellenveranstaltung. Wer an den Mythos des „verflixten siebten Jahrs“ glaubt, wurde eines Besseren belehrt. Der 7. Dental-Gipfel präsentierte sich als perfekt organisierter Kongress. Das Team von Dental Balance sagt Danke! Danke an die Referenten, Teilnehmer und Begleitpersonen. Danke an die Aussteller und das Eventteam vom Hotel. Und bekanntlich kommt die Sieben vor der Acht – der nächste 8. Dental-Gipfel findet vom 11.-13. Januar 2019 statt.

Annett Kieschnick, Freie Fachjournalistin, Berlin

Alle Bilder: Annett Kieschnick, Berlin

Rückblick auf den 7. Dental-Gipfel von Dental Balance

2018-06-14T12:47:33+00:00

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